Die 5 Prinzipien von Niyama zur Selbstdisziplin

10 Apr

Niyama ist die zweite Stufe von den acht Stufen des Raja oder Ashtanga Yoga nach Pantañjali. Niyama beschreibt eine Art Verhaltenskodex für den Umgang mit sich selbst. Dadurch wird man nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich rein. Mit der Haltung gegenüber uns selbst ist gemeint, dass wir einen friedvollen und achtsamen Umgang mit uns selbst finden, uns selbst besser kennenlernen und verstehen können.

Pantañjali beschreibt insgesamt fünf Aspekte von Niyama im Yoga Sutra:

  1. Shauca – Sauberkeit
  2. Samtosha – Bescheidenheit
  3. Tapas – Erhitzen
  4. Svadhyaya Selbststudium
  5. Ishvarapranidhana Gottvertrauen

1. ShaucaSauberkeit, Reinlichheit

Shauca beinhaltet einen inneren und ein äußeren Aspekt der Reinheit. Mit dem äußeren Aspekt ist die körperliche Sauberkeit und Hygiene gemeint, die z.B. durch Nasenspülung (Neti), Darmreinigung (Nauli) oder Magenreinigung (Dhauti) verstärkt wird. Innere Reinheit kann mit dem Üben der Asanas, Pranayama oder Meditation erreicht werden, indem die Klarheit des Geistes erreicht wird.

2. Samtosha – Bescheidenheit, Zufriedenheit

Samtosha bedeutet, dass man mit dem was man hat zufrieden ist. Man soll nicht vermissen, was man nicht hat. Es bedeutet auch, dass man sich nicht mit anderen vergleicht. Auch aus Mißerfolgen kann man lernen und soll diese annehmen, statt darüber zu jammern.

3. Tapas – Erhitzen des Körpers

Tapas bedeutet im Sanskrit „erhitzen“. Damit ist gemeint, dass der Körper Abfälle und Unreinheiten verbrennt, also durch das Erhitzen gereinigt wird. Blockaden aus Geist und Körper sollen gelöst werden, um den Körper gesund und fit zu halten mit Asanas, bewusstem Atmen und durch achtsame Ernährung.

4. Svadhyaya – Selbststudium, Selbstreflexion

Svadhyaya ist Reflexion und Selbsterforschung, dabei kommt man sich selbst näher. Gleichzeitig bedeutet es auch das Studium spiritueller, philosophischer Texte wie z.B. das Yoga-Sutra des Pantañjali, die Bhagavad-Gita, die Veden und Upanishaden oder andere spirituelle, philosophische oder religiösem Überlieferungen wie die Bibel.

5. Ishvarapranidhana – Gottvertrauen

Mit Ishvarapranidhana wird das Gottvertrauen und die Hinwendung zu Gott bezeichnet. Ishvarapranidhana bedeutet, sich von Ängsten und Zweifeln zu befreien und dabei zu wissen, dass Gott es gut mit uns meint. Dies sorgt für Sicherheit und Ruhe im Geiste.

Mehr zu den Themen der anderen sieben Stufen nach Pantañjali findet ihr unter folgenden Kategorien:

3 Antworten to “Die 5 Prinzipien von Niyama zur Selbstdisziplin”

  1. mymonk 15. April 2012 um 9:12 am #

    Danke für den schönen Artikel. Jetzt kann ich meine regelmäßige Nasendusche auch als „Shauca-Ritual“ umdeklarieren, wenn ich deswegen mal wieder komisch angeschaut werde. 🙂

    Nein, im Ernst. Mir helfen solche Systematisierungen immer sehr, Ordnung im Kopf zu halten.

    LG und Dir einen schönen Sonntag,

    Tim

    Gefällt mir

Trackbacks/Pingbacks

  1. Yoga-Philosophie: Yama und Niyama im Überblick | yogastern - 5. Juni 2014

    […] fünf Übungen für die moralische Disziplin YAMA und fünf Übungen für die Selbstbeherrschung NIYAMA kurz im Überblick […]

    Gefällt mir

Kommentar schreiben

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: