Yoga-Übungsreihe „the wave“ – Die Welle

17 Jun

Ich habe immer noch regen Kontakt mit den Yogalehrern, die mit mir zusammen im UNIT Yoga die Ausbildung zur Vinyasa Yogalehrerin gemacht haben. Einer davon ist Chris Ahrweiler, den ich auch schon im Zusammenhang mit click flows für meinen Blog interviewt habt. Letztens hat Chris mir von seiner Yoga-Übungsreihe „the wave“, zu deutsch: die Welle, erzählt. Da mir die Übungsabfolge gut gefallen hat, möchte ich sie euch zusammen mit Yogalehrer Chris Ahrweiler vorstellen. Evolution-of-the-'wave'

Ich habe ihm zur Übungsreihe die Welle einige Fragen gestellt:

1) Wie bist du denn auf „the wave“ gekommen?

Die „Welle“ („the wave“) ist eine Variation des klassischen Übergangs zum herabschauenden Hund (HSH), so wie sie in letzter Zeit häufiger unterrichtet wird; vor allem im Vinyasa Yoga und von Lehrern mit Martial Arts (MA) Hintergrund.

Mit dem „Evolution of the wave“ Konzept lässt sich gut demonstrieren, warum diese Variante sinnvoll ist.

2) Was ist das Besondere an der Übungsfolge „Die Welle“?

Die Welle fördert das Körperbewusstsein insbesondere was die Bewegung und Bewegungsmöglichkeiten der Wirbelsäule angeht und dient damit ihrem Schutz.

Der Übergang von der Bauchlage in den HSH ist für jeden Yogi eine anspruchsvolle Übung, weil hier Körperspannung zum Schutz der Wirbelsäule gefragt ist. Besonders gefordert ist hier die Bauchmuskulatur. Wenn diese noch nicht genügend ausgeprägt ist, wird die Bewegung zum HSH oft durch Dynamik kompensiert, die zu einer Kompression der Wirbelsäule führen kann, wenn man sich von vorn mit den Armen und von hinten mit den Beinen gegen den Boden abdrückt und so den Po (bzw. das Steißbein) passiv nach oben schiebt.

Bei der Welle konzentriert man sich stattdessen auf die Bauchmuskulatur und die Hüftbeuger, um so aktiv die Hüfte zu beugen und die Wirbelsäule zu entlasten. Was sonst eine Bewegung mit der Ausatmung ist, wird so in drei Phasen geteilt:

  • Phase 1: Ausatmung: Arme strecken in die Planke, Bauchmuskeln und Hüftbeuger beugen die Hüfte; Blick zu den Füßen
  • Phase 2: Einatmung: Rücken strecken; Blick nach vorn
  • Phase 3: Ausatmung: Ferse Richtung Boden

3) An welcher Stelle baust du „Die Welle“ in dein Stundenkonzept ein?

Die Welle findet sich ganz klassisch im Sonnengruss, kann aber auch als Vinyasa eingebaut werden. Das Konzept zeigt ja den Aufbau vom Kind bzw. aus dem HSH; genauso gut kann man mit dem Brett beginnen. In diesem Fall wird die Kobra zur „cobra roll“, wie sie wiederum häufiger im MA Kontext geübt wird.

4) Aus welchen Asanas ist sie aufgebaut?

Die einzelnen Asanas sind Kind, Vierfüsslerstand, Kuh, Katze, heraufschauender Hund / Kobra und HSH (in drei Phasen).

Dabei tauchen Kuh und Katze in ihrer Grundidee hinsichtlich der Ausrichtung bei den weiteren Asanas wieder auf. Die Kuh mit dem leichten Hohlkreuz beim heraufschauenden Hund und in der zweiten Phase im HSH und die Katze in der ersten Phase des HSH. Durch den Wechsel zwischen Kuh und Katze ergibt sich die typische wellenförmige Natur der „Welle“.

5) Auf was sollte man als Lehrer bzw. Übender bei der Welle achten?

Beim Aufbau der Welle ist natürlich die zum Atem synchrone Bewegung wichtig. Das verbessert u.a. das Körpergefühl in Bezug auf die gegenläufige Bewegung der Wirbelsäule (dem Wechsel zwischen Kuh und Katze). Dabei sollte der Lehrer vor allem auf die Bewegung des Beckens achten.

Bei der Kuh kippt/zeigt das Becken (genauer die Darmbeinschaufel) nach unten (zum Boden). Dadurch dreht das Steißbein nach oben. Mit der Streckung des Nackens ergibt sich ein leichtes Hohlkreuz.

Bei der Katze kippt das Becken / die Darmbeinschaufel nach oben (zur Decke). Mit dem Senken des Kopfes geht der Blick quasi zum Steißbein, das mit der Anspannung der Bauchmuskulatur nach unten/vorne zeigt. Der Rücken wird dabei ganz rund – eben ein Katzenbuckel.

Kritisch ist beim Übergang zum HSH immer die Stelle von der Kobra bzw. dem heraufschauender Hund zum HSH. Hier gilt es zu Ent-schleunigen und darauf zu achten, dass sich die Schüler nicht dem alten Bewegungsmuster entsprechend nach hinten/oben schieben, sondern ganz bewusst die drei Phasen zum HSH ausschöpfen. Da hier ein weiterer Atemzug hinzu kommt, bekommt die Bewegung einen ganz neuen Charakter. Das kann man deutlich spüren.

Vielen Dank Chris für das Interview. Wenn ihr noch Fragen dazu habt, könnt ihr einfach die Kommentar-Funktion nutzen. Ich freue mich auf euer Feedback. Viel Spaß beim Ausprobieren der Welle und Namasté

Eure Stefanie

2 Antworten to “Yoga-Übungsreihe „the wave“ – Die Welle”

  1. kamah 24. Juni 2013 um 6:05 am #

    Vielen Dank für das interessante Interview und die damit verbunden Tipps!

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  1. Der Blogger-Wochenrückblick | Sports-Insider - 20. Juni 2013

    […] geht „Yogastern“ auf die Yoga-Übungsreihe „die Welle“ ein, besser gesagt handelt es sich um ein entsprechendes Interview samt Tipps mit […]

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