Aus Yoga und veganes Leben wird Yogan

13 Feb
YOGAN-Dominik Grimm_querSeit einiger Zeit folge ich bereits dem Blog yogan, auf dem Dominik Grimm über Yoga und vegane Ernährung schreibt. Damit bringt der 27-jährige Yogalehrer die zwei starken Trends zum einen den Yoga-Boom und zum anderen den Vegan-Hype unter einen Hut.
Buchcover yoganIm Herbst 2014 ist sein Buch „Yogan. Veganes Leben und Yoga“ erschienen, indem er sein ganzheitliches Lebenskonzept vorstellt. Dieses umfasst die Philosophie und Praxis des Yoga ebenso wie die Grundlagen einer vollwertigen pflanzlichen Ernährung und veganer Lebenseinstellung. Da ich mich für beide Themen sehr interessiere, lese ich gerade sein Buch dazu.
Mir gefällt die Idee  „Yoga meets Vegan“ und daher freue ich mich, dass Dominik Grimm sich die Zeit genommen hat für ein Interview mit Yogastern:

Als Yogalehrerin, die selbst seit über einem Jahr vegan lebt, interessiert mich besonders, warum Yoga und vegane Ernährung deiner Meinung nach so gut zusammenpassen?

Es gibt da meines Erachtens nach zwei Hauptaspekte:
  1. Zum einen kann man heute ganz klar sagen, dass eine vollwertige und abwechslungsreiche pflanzliche Kost die gesündeste Ernährung für uns Menschen sein kann. Viele Menschen finden den Yoga für sich, um entspannter, gelassener und gesünder zu werden. Da die Körperarbeit einen wichtigen Aspekt im Yoga darstellt, liegt es also nahe, ihm die bestmögliche Nahrung zu bieten.
  2. Zum anderen spielt Ahimsa, die ethische Empfehlung des Nicht-Verletztens, im Yoga eine sehr große Rolle. Sie spielt sogar eine so große Rolle, dass Pantañjali, der Verfasser des Yoga Sutra, dem Grundlagenwerk des heutigen Yoga, sie an aller erster Stelle seines achtgliedrigen Pfades stellt. Dabei geht es in erster Linie darum, andere Wesen und sich selbst, achtsam und mitfühlend zu begegnen.
Zwar können Asanas (Yoga-Stellungen) und Pranayama (Atem-Übungen) prinzipiell auch ohne die Praxis von Ahimsa geübt werden, geht man jedoch tiefer, und möchte auch seine mentalen Fähigkeiten entwickeln, ist dies einfacher, wenn man sein Leben mitfühlend ausgerichtet hat. Und da wir heute alle wissen, was hinter den verschlossenen Türen der Tier-Industrie passiert…
Dominik Grimm Yogan

Welche Rolle spielt die vegane Ernährung in deinem Yogastudio in Köln?

Wir geben in unseren Anfänger-Kursen bereits die Yogan-Philosophie weiter. D.h. wir sprechen nicht nur über Yoga, sondern verweben auch gleich die vegane Ernährung mit ein, geben hier Tipps und Alternativen. Dabei ist uns aber wichtig, dass sich niemand gezwungen fühlt, irgendetwas machen zu müssen.
Alles kann, nichts muss.
Letztendlich entscheidet jeder aus freien Stücken, was er von unseren vermittelten Inhalten umsetzen bzw. in sein Leben integrieren möchte.
Neben den Kursen bieten wir aber auch Workshops zu ganz speziellen Themen, sowie im Sommer ein ganz tolles Retreat zum Thema Yogan auf Korfu an.

Was steckt hinter deinem Lebensstilkonzept „Yogan“?

Ganz konkret stützt sich Yogan auf 6 Säulen:
  1. Asanas (Yoga-Stellungen)
  2. Pranayama (Atem-Übungen)
  3. Shavasana (Tiefenentspannung)
  4. Meditation und positives Denken
  5. vegane Ernährung und
  6. das Studium der Schriften – wobei es im letzteren vor allem um die Ethik geht, welche die Basis des Lebensstils bildet.
Diese 6 Säulen machen Yogan tatsächlich ganzheitlich, denn es geht nicht nur um die Entwicklung des Menschen auf all seinen Ebenen an sich, sondern es geht auch darum, sich als Teil eines Ganzen zu sehen und dementsprechend zu Handeln, im Einklang mit der Umwelt zu leben. Wobei das eigentlich schon etwas dämlich ausgedrückt ist, da „im Einklang mit der Umwelt leben“ impliziert, dass wir uns als etwas Getrenntes von der Umwelt sehen.

Welche Bedeutung hat die Ethik bei Yoga und der veganen Lebensweise?

Sie ist grundlegend. Wie schon erwähnt, stellt Pantañjali sie an aller erste Stelle – neben Ahimsa gibt es noch 9 weitere Empfehlungen, auch bekannt als innere und äußere Disziplin (eigentlich ist es nämlich keine Empfehlung, sondern tatsächlich eine Praxis, ein Prinzip. Aber es klingt etwas sanfter und nicht so aufgedrückt, wenn man die Dinger „Empfehlung“ nennt – wir möchten schließlich selber entscheiden und nichts aufgezwungen bekommen).
Was die vegane Lebensweise angeht: Ich denke, dass es mittlerweile 50 zu 50 steht. 50% kommen zu ihr aus ethischen Gründen: soziale Gerechtigkeit, ökologische Gründe, Tierrechte, etc; und 50% aus gesundheitlichen Gründen.

Dominik Grimm Yoga
Ich kenne auch einige Veganer, die noch nicht zum Yoga gefunden haben. Wie würdest du diese auf Yoga neugierig machen?

Die Ernährung (unabhängig welche Form) ist die Grundlage des Lebens – ohne Nahrung, kein Leben. Doch nur das Essen an sich, macht nicht wirklich Sinn und auch nicht glücklich (zumindest langfristig 🙂 ). Yoga ist ein Werkzeug, dass uns helfen kann unser ganzes Potential zu entwickeln, und sei’s zu Beginn nur, sein Körperwohl zu steigern. Im weiteren Verlauf kann so unglaublich viel geschehen, insbesondere, was die geistige Entwicklung angeht.
Ich kann nur jedem empfehlen einfach mal einen Yoga-Kurs zu besuchen, eine Weile mitzumachen, nach innen zu spüren, vielleicht ein Tagebuch zu führen, sein Verhalten zu reflektieren und die positiven Veränderungen, die Yoga mit sich bringen, wahrzunehmen. Und dann ist Yoga, genauso, wie die vegane Ernährung, ein One-Way-Ticket. Ein Ticket zu mehr Ruhe, mehr Gelassenheit, mehr Gesundheit. Ein Leben voller Freude, Enthusiasmus und Power!


Herzlichen Dank für dieses Interview!

Wenn du nun neugierig auf die vegane Ernährung geworden bist, kannst du doch z.B. die Fastenzeit nutzen, um auf tierische Produkte zu verzichten. Du kannst dir dazu einfach ein veganes Kochbuch kaufen oder auf den veganen Kochblogs stöbern und die veganen Rezepte nachkochen. Vielleicht merkst du nach einigen Wochen, dass dir überhaupt nichts fehlt und du bleibst dabei 😉

Mehr über das yogane Leben gibt’s auf www.yogan-om.de. Einige Tipps von mir und vegane Rezepte findest du auch in meiner Kategorie „Veganes“. Wenn du Fragen zur veganen Ernährung hast, kannst du sie mir gerne im Kommentarfeld stellen.

Namasté,

deine Stefanie

P.S. Zum Schluss noch das Copyright aller verwendeten Bilder von Dominik Grimm: „Philipp Wiebe – www.philipp-wiebe.de

3 Antworten to “Aus Yoga und veganes Leben wird Yogan”

  1. RunnyJani 13. Februar 2015 um 1:19 pm #

    Super! Kennst du auch etwas zu Laugan? Laufen und Vegan … 🙂

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    • yogastern 13. Februar 2015 um 1:30 pm #

      Na klar, z.B. gibt es einige Sport-Blogs, die über Laufen und Vegan schreiben. Wie wär´s: schreib du doch mal ein Buch über Laugan…

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      • RunnyJani 13. Februar 2015 um 1:38 pm #

        Danke für den Tip, Yogastern. Dies werde ich vielleicht in meiner nächsten Elternzeit angehen 😉 Schönes Wochenende!

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