Max Strom: Für Glück gibt es keine App

20 Feb
© Sandy Kavalier Photography Inc.

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Max Strom kennt ihr vielleicht durch sein Buch „Das Herz des Yoga“, das ich euch im Januar auf Yogastern vorgestellt habe. Im Interview mit Silke Schuster für das happy mind Magazine hat er vor kurzem verraten, was ihm im Leben inspiriert. Die Lektüre von seinem neuen Buch „There is No App for Happiness. How To Avoid A Near-Life Experience“ hat mich wiederum sehr inspiriert, über die wichtigen Dinge des Lebens nachzudenken.

Daher freue ich mich sehr, dass mir Max Strom im Interview meine Fragen zu seinem aktuellen Buch beantwortet.

Yogastern: Mir gefällt dein Buchtitel sehr gut. Es zeigt die Bedeutung insbesondere von Apps und Smartphone in unserem Alltag. In deinem Buch gibst du daher den Ratschlag, einen Tag in der Woche offline zu verbringen ohne irgendwelche elektronischen Geräte wie Handy, Laptop oder TV. Inwiefern schaffst du es selbst ein Tag offline zu sein?
Buchcover_There is no app for happiness

Max Strom: Es ist wirklich eine Herausforderung für mich, vor allem, wenn ich auf Reisen bin. Denn dann bleibe ich mit vielen Menschen auf der ganzen Welt mit unterschiedlichen Zeitzonen in Kontakt.

Im Allgemeinen verbringe ich ein bis zwei Tage in der Woche ohne Elektronik. Aber auf Reisen schaffe ich es nur einen Tag ohne. Abends schalte ich mein Handy immer aus und beantworte auch keine E-Mails mehr. Ich denke, das ist der Schlüssel zum Glück, dass man sich bewusst für sein Privatleben Zeit nimmt und sich diesem mit der gleichen Hingabe widmet wie seiner Arbeit und dabei auch begreift, dass beide Bereiche gleich wichtig sind.

Yogastern: Als ich dein Buch gelesen habe, dachte ich oft „Ja, das stimmt“, ich verbringe z.B. zu viel Zeit mit Fernsehen oder im Internet. Wie können wir anfangen diese Zeit zu reduzieren und neue Dinge stattdessen zu tun?

Max Strom: Wenn du einmal deine Reise zum Bewusstsein begonnen hast, dann ist der nächste Schritt, deinen Tagesablauf mit neuen Prioritäten zu besetzen.

Danach ist die logische Folge deines Handelns diejenigen Zeiten zu reduzieren, die du nicht länger als sinnvoll betrachtest und die neu dazugewonnene Zeit mit Ereignissen zu füllen, die dich zufriedener machen und die mehr Bedeutung für dich haben.

Praktischer Tipp von Max Strom

Mache ein Liste, auf die du alles schreibst, dass dir wichtig ist. Auf der höchsten Ebene, die wirklich bedeutsamen Sachen in deinem Leben.

Nun kannst du deinen Tag so planen, dass du diese wichtigen Dinge und Personen unterstützt und so mehr Zeit mit den wichtigen Dingen deines Lebens verbringst.

Auf dem Sterbebett beklagt keiner, dass er mehr Zeit mit TV schauen oder Videospielen hätte verbringen sollen.

Yogastern: Gibt es einen Weg, wie wir wieder mehr Zeit mit unseren wahren Freunden offline verbringen und weniger Zeit beim Chatten mit Facebook-Bekanntschaften?

Max Strom: Ja, natürlich gibt es den. Der altmodische Weg wäre es, sich für ein Essen, einen Kaffee oder Tee zu verabreden. Lade deine Lieben zum Abendessen nach Hause ein. Wenn du nicht soviel Geld hast, frage deine Gäste, ob jeder einen Gang mitbringen kann. Auf diese Weise kannst du auch mit wenig Geld Gäste einladen und jeder Gast wird einen Teil des Tages mit der Zubereitung des Essens verbringen.

Das menschliche zentrale Nervensystem ist dazu programmiert, in der Nähe von denjenigen zu sein, die wir lieben und für die wir sorgen.

Daher denke ich, dass Social Media nicht dazu erfunden wurde, um uns zu dienen, sondern vielmehr, um unsere Daten zu sammeln und zu verkaufen. Es dient Firmen wie Facebook, die Social Media erschaffen.

Yogastern: In deinem Buch „There is No App for Happiness“ hast du eine interessante Übung mit zehn Power-Fragen. Mir hat es viel Spaß gemacht, diese Fragen zu beantworten und dabei über die wirklich wichtigen Dinge des Lebens nachzudenken wie Glück und Zufriedenheit. Warum hast du diese Übungen in dein Buch integriert?

Max Strom: Die zehn Power-Fragen kommen von meinen Seminaren, die ich seit drei Jahren leite. In diesen Seminaren ist auch die Idee und die Umsetzung des Buches entstanden.

Yogastern: Warum können diese Power-Fragen unser Leben verändern?

Max Strom: Diese Fragen erschaffen ein neues Bewusstsein auch für diejenigen unter uns, die bisher gedacht haben, dass sie ihr Inneres gut kennen. Die Übungen zwingen uns dazu, dass wir glasklar sehen, was die wichtigsten Aspekte unseres Lebens ausmachen. Wenn das einmal geschafft ist, dann können wir unser Handeln ändern und unser Leben so gestalten, dass es voller Bedeutung, wahrem Glück und Zufriedenheit ist.

Herzlichen Dank für das Interview.

Es ist wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit, bis „There is No App for Happiness“ auch auf deutsch erscheint. Bis dahin kannst du zur englischen Ausgabe greifen. Lass dich inspirieren…

Live erleben kannst du Max Strom im UNIT Yoga in Wiesbaden. Dort gibt er fünf spannende Workshops, auf die ich mir schon sehr freue 🙂

Namasté,

deine Stefanie

Eine Antwort to “Max Strom: Für Glück gibt es keine App”

Trackbacks/Pingbacks

  1. Neue Impulse von Max Strom | YOGASTERN - 6. März 2015

    […] mit ihm zu skypen und ihn über sein zweites Buch “There is No App for Happiness” zu interviewen. Wenn ihr Max Strom noch nicht kennt, dann schaut euch einfach mal eines seiner Videos an, damit […]

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