Meine fünf liebsten Mudras

2 Mrz

Mudras sind mehr als nur Handgesten. Tatsächlich bedeutet Mudra übersetzt aus dem Sanskrit außer Geste, auch Körperhaltung, Siegel, Stempel, Zeichen oder sogar Geld.
Im Yoga sind die Handmudras am bekanntesten, aber es gibt auch Mudras, bei denen der ganze Körper eingesetzt wird, oder Mudras bei denen die Augen oder die Zunge benutzt werden. So gibt es zum Beispiel das Yog Mudra. Hier sitzt man im Fersensitz, verschränkt die Hände hinter dem Rücken und beugt sich so nach vorne, dass auch die Arme über den Kopf hochgezogen werden. Auch der halbe Schulterstand, das Viparita Karani, ist ein Mudra.

Rollt man die Zunge und legt sie soweit nach hinten an den Gaumen wie möglich, dann praktiziert man das Kechari Mudra. Dieses Mudra, dient besonders der Meditation und Konzentration und wird auch in den alten Schriften der Hatha Yoga Pradipika erwähnt. Sogar das Schielen auf die Nasenspitze ist ein Mudra (Nasikagra Drishti) und hilft, wie jedes andere Mudra, die Energien im Körper fließen zu lassen, ohne dass die Energien den Körper verlassen. Mudras leiten die Energie sozusagen zurück in den Körper.

Hakini Mudra

Dass die Mudras, die mit den Händen geformt werden, die größte Bekanntheit haben, liegt an ihrer hohen Anzahl. Das wiederum ergibt sich daraus, dass bestimmte Stellen unserer Handflächen und Finger in direkter Beziehung zu unseren Körperorganen stehen. Durch bestimmten Druck auf die Hände, werden die Organe beeinflusst. Außerdem wird jedem Finger eines der fünf Elemente zugeordnet:

  1. Daumen= Feuer
  2. Ringfinger= Luft
  3. Mittelfinger= Äther
  4. Ringfinger= Erde
  5. Kleine Finger=Wasser

Durch die verschiedenen Kombinationen der Elemente kommt es zu ganz besonderen Energieströmen und daraus resultierenden Kräften.

Mudras lenken und aktivieren die Energie in unserem Körper. Durch Mudras wird unsere Lebensenergie ausbalanciert und mit Hilfe besonderer Mudras können wir Blockaden lösen und bestimmte Körperteile- und Organe aktivieren und heilen.

Die Lehre der Mudras ist eine sehr feine und tiefe Wissenschaft und findet Anwendung in einer eher fortgeschrittenen Yoga Praxis. Trotzdem kann jeder Mudras praktizieren. Dafür sitzt man in einer meditativen Haltung, hat die Augen geschlossen und konzentriert sich einfach nur auf das Mudra oder das Körperteil, welches durch das jeweilige Mudra positiv beeinflusst wird. Dabei wird kein starker Druck ausgeübt. Mudras können immer gehalten werden, in jeder Situation. Sei es bei einer Rede, beim Warten auf dem Bus, vor dem Einschlafen oder am Schreibtisch. Um eine heilende Wirkung zu erzielen, empfiehlt es sich, das Mudra täglich 15 Minuten über 4-6 Wochen hinweg zu halten.

Im folgenden werde ich meine fünf liebsten Mudras und ihre Wirkungen vorstellen:

1. Das Herzmudra

Herz-Mudra

Herz-Mudra

Öffne deine Handflächen und lege den Ringfinger auf die Basis deines Daumens. Bringe nun die Spitzen des Daumens, Zeigefingers und Mittelfinger zusammen und spreize den kleinen Finger ab. Lege den Handrücken auf deine Knie und konzentriere dich auf deinen Herzraum. Atme normal ein und aus.
Wirkung: Dieses Mudra hilft bei Erkrankungen und Beschwerden des Herzens, wie zum Beispiel bei einem drohenden Herzinfarkt. Nichts desto Trotz, sollte bei einem Herzinfarkt unbedingtder Notarzt gerufen werden! Darüber hinaus öffnet dieses Mudra Blockaden am Herzen und lässt uns wieder mit dem Herzen fühlen.

2. Hakini Mudra

Hakini Mudra

Hakini Mudra

Das Hakini Mudra ist neuerdings auch unter dem inoffiziellen Namen „Obama Mudra“ bekannt, da Obama oft während seiner Reden dieses Mudra hält – und das auch zurecht: Denn dieses Mudra verhilft zu mehr Selbstbewusstsein.
Bringe die Fingerspitzen deiner Hände zusammen und spreize dann die Finger voneinander. Nur die Fingerspitzen berühren sich fest. Lege die Oberarme auf deinen Beinen ab, sodass du das Mudra stabil halten kannst.
Wirkung: Neben Stärkung des Selbstbewusstseins, verhilft dieses Mudra zu mehr Konzentration und größerer Merkfähigkeit. Durch die Berührung der Finger der beiden Hände wird die Zusammenarbeit der linken und rechten Gehirnhälften unterstützt.

3. Apana Mudra

Apana Mudra

Apana Mudra

Für das Apana Mudra bringst du den Daumen mit den Fingerspitzen des Mittelfingers und des Ringfingers zusammen. Der Kleine Finger un der der Zeigefinger sind weggespreizt.
Wirkung: Dieses Mudra dient der Entschlackung und Entgiftung, da es Galle und Leber stimuliert. Auch hilft es bei übermäßigem Schwitzen, Verdauungsproblemen und Harnerkrankungen. Außerdem schenkt uns dieses Mudra Geduld, Gelassenheit und Zuversicht.

4. Brahma Mudra

Das Brahma Mudra ist einmal ein ganz anderes Mudra: In sitzender oder stehender Haltung wird der Kopf bei Aus- und Einatmung in verschiedene Richtungen ganz sanft bewegt:

Brahma Mudra3DSC03331

Einatmen: Kopf geht weit nach oben, ausatmen: Kopf nach unten beugen.

Einatmen: Brahma Mudra1Kopf zur linken Seite drehen, ausatmen: nach Vorne drehen, einatmen: drehe ihn zur rechten Seite.

Brahma Mudra2Einatmen: linkes Ohr zur linken Schulter, ausatmen: Kopf ist gerade, einatmen: rechtes Ohr zur rechten Schulter.
Wiederhole jede Runde mindestens fünf Mal. Sei ganz ruhig und entspannt in den Bewegungen.
Wirkung: Ein wunderbares Mudra um Schulter- und Nackenverspannungen zu lösen. Außerdem stärkt es unsere Augen und Erinnerungsvermögen und verhilft zu einem ruhigen Geist.

5. Gyan Mudra ( auch bekannt als Chin-Mudra)

Gyan Mudra

Gyan Mudra

Sitze in einer kreuzbeinigen bequemen Sitzhaltung. Lege deine Handgelenke auf die Knie ab, Handflächen zeigen nach oben. Bringe nun die Spitze des Daumens mit den Zeigefinger zusammen, dabei ist der Zeigefinger nach unten gebeugt. Die restlichen Finger sind vom Körper abgespreizt. Das Gyan Mudra ist eines der bekanntesten und wichtigsten Mudra im Yoga und dient besonders der Konzentration. Während Pranayama und Meditation findet es oft Anwendung. Hier symbolisiert der Daumen die universelle Energie, während, der Mittelfinger die eigene Seele darstellt. Das „Selbst“ beugt sich hinab zur göttlichen Macht und verbindet sich mit dieser. Durch diesen Kreis, kann das Prana nicht aus dem Körper strömen und fließt weiter durch ihn.
Wirkung: Gyan Mudra schenkt uns inneren Frieden, Ruhe und spirituelles Wachstum. Es gibt uns Gelassenheit und Konzentration.

Dieser Gastartikel wurde von Sarah Appelt geschrieben. Herzlichen Dank für die schöne Beschreibung deiner fünf Lieblingsmudras! Sarah AppeltMeine 12 liebsten Mudras beim Fingeryoga habe ich euch hier vorgestellt.

Über Sarah Appelt:

Sarah Appelt lebt und arbeitet seid vier Jahren im indischen Himalaya. Hier organisiert sie Erlebnisreisen und unterrichtet Yoga.

Auf ihren Indien Blog berichtet sie regelmäßig über ihre Erlebnisse in Indien und gibt Informationen und Hinweise zum Reisen in Indien.

9 Antworten to “Meine fünf liebsten Mudras”

  1. sinamehr 2. März 2015 um 1:14 pm #

    Herzlichen Dank liebe Stefanie für dieses Geschenk Namaste Sina

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  2. Sabine Strutzke - Feel Good Yoga Lehrerin 3. März 2015 um 4:55 pm #

    sehr schön, danke

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  3. Monika Kießling 16. August 2015 um 5:08 pm #

    Liebe Stefanie heute bin ich zu deiner Seite gelangt und bedanke mich herzlich für deine Informationen. Mir ist aufgefallen das in einigen Texten die Fingernamen nicht mit der Übung übereinstimmen. Herzlichst Monika

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    • yogastern 17. August 2015 um 6:48 am #

      Liebe Monika,
      das freut mich, dass du Yogastern entdeckt hast. Dieser Mudra-Artikel ist ein Gastartikel von Sarah und ich werde gerne mit ihr zusammen noch einmal die Namen überprüfen. Herzlichen Dank für den Hinweis.
      Liebe Grüße, Stefanie

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  4. ingrid 28. November 2015 um 9:58 am #

    Liebe Stefanie, deine Herzmudra ist falsch , prüffe die Quelle. Liebe Grüße Asori

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    • yogastern 28. November 2015 um 10:44 am #

      Liebe Ingrid,
      Vielen Dank für deinen Hinweis. Ich habe das meiner Gastautorin Sarah weitergeleitet und sie wird es abgleichen und ggfalls ändern.
      Liebe Grüße
      Stefanie

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    • sarahappelt2015 30. November 2015 um 12:41 pm #

      Hallo Ingrid,
      Ich habe dieses Herzmudra so vor einem Jahr von meinem Guru bei einer 500 Stunden Yoga Lehrer Ausbildung in Indore, Indien im Paramand Institut fuer Yoga Theraphie gelehrt bekommen. Ich bin mir aber sicher, dass es auch noch weitere Herz-Mudra gibt. Vielen Dank fuer dein Interesse und viele Gruesse aus Indien
      Sarah

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  5. Ingrid Traub 17. November 2016 um 7:34 am #

    Bei der Zuteilung der Finger zu den 5 Elementen steht 2 mal Ringfinger, der Zeigefinger wurde vergessen…
    (2. und 4.)

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  6. Carolin 2. März 2017 um 9:38 am #

    Liebe Sarah, liebe Stefanie,

    herzlichen Dank für diesen schönen, inspirierenden Artikel. „Apana Mudra“ hat mich gerad persönlich angesprochen – das werd ich ne Weile testen.
    Ich befinde mich gerade in meiner Ausbildung zur Kundalini-Yogalehrerin; Mudras bzw. Handgesten lasse ich derzeit immer mehr in meinen Alltag einfließen. Oft mache ich auch nur mit einer Hand die Gyan-Mudra-Geste (z. B. im Auto, während die andere das Lenkrad hält). Könnt Ihr Euch vorstellen, dass es auch eine Wirkung hat, die Haltungen nur mit einer Hand auszuführen?

    Alles Liebe zu Euch,
    Carolin

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