Buchtipp & Interview: Business Yoga von Kerstin Linnartz

23 Apr

Kerstin Linnartz erwartet gerade ihr erstes Kind und kennt sich nicht nur mit Yoga in der Schwangerschaft, sondern auch bestens mit Yoga am Arbeitsplatz aus.  Nach dem Bestseller „All about Yoga“, ist vor kurzem ihr zweites Buch Business Yoga_Cover„BUSINESS YOGA“ im Becker Joest Volk Verlag erschienen.

Ihr liegt das Thema Business Yoga sehr am Herzen. Sie schreibt nicht nur über tolle Tipps für mehr Freude im Alltag, sondern versucht das auch in ihrem eigenen Berufsleben als Erfolgs-Yoga-Autorin und TV-Moderatorin umzusetzen. Sie zeigt uns dabei, wie Yoga uns dabei helfen kann zufriedener im Berufsleben zu werden. Ihre leichten Übungen zur Leistungssteigerung und zum Abbau von Stress helfen sehr im Büroalltag.

Ich finde es sehr überzeugend, wie Kerstin Linnartz über das Thema Business Yoga schreibt. Sie bringt dabei viele ihrer eigenen Erfahrungen mit Stress und Burnout ein. Man merkt einfach, dass sie das moderne Business Leben genau kennt und sie Wege gefunden hat, Körper, Geist und Seele zu entspannen.
In ihrem neuen Buch findet ihr Tipps zur Umsetzung der Yogaübungen im Berufsleben, die auch in einen vollen Terminkalender passen. Mir hat bei der Lektüre ihr 21-Tage Formel besonders gut gefallen, mit dessen Hilfe sich schlechte Gewohnheiten in bessere umwandeln lassen.
Daher freue ich mich sehr, dass sie mir diese im Interview noch besser erklärt:

In Ihrem Buch stellen Sie die 21-Tage-Formel vor, um ein gezieltes Übungsprogramm zusammenzustellen: Wieso kann ich mit dieser Formel so effektiv mein Leben nachhaltig verändern?

Hier sind Erkenntnisse aus der Neurowissenschaft die Basis: es ist ein Fakt, dass unser Gehirn formbar ist- bis ans Ende unseres Lebens. Die alte Vorstellung, dass mit unserer DNA unser gesundheitliches „Schicksal“ bestimmt ist, wurde durch die moderne Forschung überholt. Das ist sehr spannend und ich habe versucht, dieses riesige Feld, auf dem fast wöchentlich neue Erkenntnisse erlangt werden, kompakt und dennoch umfassend zusammen zu fassen. Vereinfacht gesagt formen sich Synapsen, also „Schaltstellen“ in unserem Hirn ständig neu.

Machen wir etwas Neues über einen Zeitraum von 21 Tagen jeden Tag, so werden Verknüpfungen im Gehirn gefestigt. Die neue Tätigkeit/ Übung/Gewohnheit gilt als „gelernt“ und wird im Unterbewusstsein abgespeichert. So wie wir beim Autofahren nicht mehr ständig denken müssen „Gas geben, bremsen“ wird also eine gute Gewohnheit (sei es eine Körper- oder Atemübung, gesundes Essen oder bestimmte gedankliche Reaktionen auf z.B. Stress-Situationen) automatisiert. Wir können nach diesem Prinzip nicht nur gute Gewohnheiten neu etablieren, sondern sogar schlechte „überschreiben“.

Haben Sie einen Tipp dafür, wie man die Übungen am besten in den Büroalltag integriert?

Auch hier sollte man nicht generalisieren. Jedermanns Tagesablauf sieht anders aus. Deswegen gibt es in meinem Buch ganz praktische Tests, mit denen man erstmal schaut, wie und wann man PERSÖNLICH seine Übungen einbauen kann.

Dann stellt man sie in Kombination mit den Tipps und Tricks, die ich z.T. aus der Stresstherapie habe und mit Hilfe der 21-Tage-Formel so zusammen, dass man die 21 Tage auch durchhält. Denn was nützt einem ein Programm, das man nur in der Gruppe oder mit einem Lehrer durchziehen kann und das versagt, sobald einen der Alltag eingeholt hat?

Inwiefern passen Business und Yoga wunderbar zusammen?

Stress erhöht Fehlstunden und Fluktuation unter Angestellten. Er verringert Produktivität und produziert immense Kosten für Unternehmen. (die aktuellen Zahlen nenne ich in meinem Buch). Da der Erfolg eines Unternehmens von der Performance der Mitarbeiter abhängt, sollten Schritte unternommen werden, die Stress verringern und den mentalen Zustand der Arbeitnehmer verbessern. Yoga ist einzigartig darin, körperliche UND mentale Probleme zu verbessern.

Die Hauptnutzen von Business Yoga:

  • verbesserte Konzentration und Entscheidungsfähigkeit
  • gestärktes Gedächtnis und Fähigkeit zum Multitasking
  • Verringerung von stressbedingten Krankheiten und Fehlzeiten
  • verbesserte Aufmerksamkeit und Produktivität
  • Fähigkeit, in herausfordernden Situationen besonnen zu handeln
  • Erleichterung bei Verspannungen in Kopf, Nacken oder Rücken und anderen arbeitsbedingten Schäden durch monotone Bewegung oder Bewegungsmangel
  • Vorbeugung gegen Schlaflosigkeit, hohen Blutdruck und Depression
  • Bessere Laune und besserer Kundenservice
  • Gehobene Allgemeinstimmung am Arbeitsplatz
  • Erhöhter Teamgeist und gesteigerte Aufnahme- und Kommunikationsfähigkeit

Stress und Burnout werden im modernen Berufsleben immer häufiger. Hat sich unser Leben so stark verändert?

Ja, eindeutig. Wir leben in einer sehr unnatürlichen Umgebung. Die „moderne, westliche“ Welt, vor allem in den Städten ist geradezu „nicht artgerecht“. Wir sind analoge Wesen, die darauf ausgelegt sind, in der Natur zu leben und in regelmäßigen Abständen unser System herunterzufahren. Unser Leben ist aber zu großen Teilen digitalisiert, wir bewegen uns in einem Lebensraum aus Beton, Kunstlicht und ständiger Beschallung durch Verkehr, Leuchtreklamen und schlechten Nachrichten.

Wir sind ständig auf Empfang und Sendung, fast immer nach außen gerichtet. Wann haben Sie das letzte Mal einfach auf´s Meer oder einen Baum geschaut und der Natur zugehört? Wann zuletzt ohne Unterbrechung nach innen gespürt, wie es Ihnen wirklich geht? Wenn unser System zu lange keine Regeneration erfährt, für die wir Tiefschlaf, tiefe Entspannung brauchen, gehen die Zellen und der Geist kaputt.

Vor zehn Jahren haben Sie selbst ein Burnout erlebt. Was raten Sie jemandem, der kurz vor einem Burnout steht?

Stellen Sie sich SELBST für den Moment an erste Stelle! Hören Sie auf die Signale! Es bringt niemandem etwas, sich aufzuarbeiten, es „allen beweisen“ zu wollen oder es allen recht machen zu wollen, wenn Sie am Ende kaputt sind. Eine Portion „gesunder Egoismus“ bedeutet nicht, über andere zu steigen. Doch wir können der Welt nur unser Bestes geben, wenn wir selber in unserer besten Verfassung sind.

Es ist wundervoll, wenn man lernt, dass der „Verzicht“ auf so manchen „Genuss“ keinen Verzicht bedeutet, sondern einen Gewinn. Und mit der Zeit kann sich die Wahrnehmung ändern, was „Genuss“ oder „Erfolg“ bedeuten. Für mich ist es der größte Genuss, zu 100% gesund, wach und glücklich zu sein. Und Erfolg sollte wieder mehr danach definiert werden, wie wir uns fühlen anstatt nach Gewinnoptimierung. Natürlich ist es toll, in seiner Arbeit erfolgreich zu sein, auch viel Geld zu verdienen kann etwas Gutes sein. Doch wir sollten nie eines vergessen: ein Hamsterrad sieht von innen allzu oft aus wie eine Karriereleiter. Treten Sie regelmäßig aus dem Rad heraus und passen Sie auf das größte Geschenk auf, das jeder von uns am Anfang bekommt: einen gesunden Geist in einem gesunden Körper. Es liegt an uns, was wir daraus machen!

Herzlichen Dank für das Interview!

Schaffst du es während deiner Arbeitszeit im Büro Yoga zu machen? Wie sind deine Erfahrungen mit Business Yoga? Ich freue mich über deinen Kommentar.

Namasté,

deine Stefanie

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