(M)ein Kind in (m)einer Yogastunde…

Bist du Kinderyogalehrer(in) und hast schon deine eigenen Kinder mit in die Kinderyogastunde genommen? Eine Traumvorstellung, Berufung und Familie so entspannt in Einklang bringen zu können und sein persönliches Herzensthema an den eigenen Nachwuchs zu bringen. Klingt das zu schön, um wahr zu sein? Manchmal ja, und manchmal nein.

In diesem Gastartikel von Sabine beleuchtet sie die Herausforderungen, die Kinderyoga unterrichten mit den eigenen Kindern mit sich bringen kann und sie gibt dir Tipps aus der eigenen Erfahrungsschatzkiste an die Hand, welche die ein oder andere Situation erleichtern können.

© Sabine Blum

Gestatten, die „Extrawurst“ – oder „aus dem Alltag der Yoga-Mama“

Dein Kind, egal ob Kleinkind oder Teen, wird je nach Situation auch einmal eine gewisse Extrarolle haben, auch wenn dies manchmal gar nicht so beabsichtigt ist. Verschiedene Herausforderungen können dir begegnen. Diese Aufgabe ist ein Spannungsfeld, da du unterschiedliche Rollen in einer Person verkörperst. Es gibt Tage, da braucht dein Kind die Mama in dir mehr als an anderen Tagen. Wenn das so ist, sitzt es schnell auf deinem Schoß, deiner Matte, oder lässt auch einen genervten Blick in der Gruppe umherschweifen und fordert deine gesamte Aufmerksamkeit. Es braucht Nähe und Wärme, möchte dich nicht teilen oder braucht infolge eines Konflikts vielleicht auch mal Abstand.

Egal, was an diesem Tag auch war… Kinder sind authentischer denn je und nehmen alles mit in die Yogastunde; auch vielleicht die internen Familienkonflikte, wie Trödeln, Hausaufgaben und und und . Vieles ist nicht planbar und eben gerade (D)EIN Kind auch kein Roboter. Bei allem, was euch als Eltern-Kind-Paar auf der Matte begegnet, der Rest der Gruppe darf nicht untergehen und muss sich gesehen fühlen. Jede(r) von uns hat seine eigenen Grenzen und die gilt es zu wahren. Die eigenen Zauberwesen spüren erst recht, mit welchen Verhaltensweisen sie dich triggern können und Mama oder Papa auf die Yogapalme schicken.

Was kann helfen? Gibt es (k)ein Patentrezept für die rundum gelungene Stunde?

Soll ich ehrlich sein?! Nein, ein Patentrezept gibt es nicht und wie immer heißt es, wie auch bei deinem Wirken als Kinderyogalehrer(in), bleib flexibel! Go with the flow. Schaffe beim Kinderyoga unterrichten mit den eigenen Kindern trotzdem für ALLE einen sicheren Rahmen, in dem sich alle bewegen und wohlfühlen können. Nachfolgend habe ich ein paar Tipps für die Umsetzung für dich.

© Sabine Blum

Meine Tipps für eine gelungene Yogastunde mit eigenem Kind

  • Regeln die für alle gelten, gelten auch für dein Kind. Wiederhole sie explizit am Stundenanfang. Zeige, was dir und den anderen wichtig ist.  Schreibe sie auf und verweise darauf.
  • Nimm, wenn möglich nur ein Kind mit. Zum Beispiel auch in einer Familien Yoga Einheit. So entsteht weniger Konkurrenz unter den Geschwistern auf der Matte.
  • Biete Raum für Ideen und Kreativität; fördere eine gewisse Mitgestaltung. Partizipation kann euch in einen gemeinsamen, wunderschönen Flow bringen.
  • Behalte dir deine große Portion Gelassenheit bei; komme in Ruhe in dem Raum an, gönn dir eine Atemübung, Wohlfühlatmosphäre, eigene Yogapraxis, einen Schluck Wasser zwischendurch.
  • Mache dich frei, von Idealbildern und Vorstellungen, getreu dem Motto „Leben ist das, was passiert, während du beschäftigt bist andere Pläne zu machen“.  Nimm den Druck heraus. DEIN KIND IST EIN KIND! Es funktioniert nicht nach Plan und bringt wie alle seine komplett eigene Persönlichkeit mit. Manchmal spukt dann vielleicht Karate, Theater-AG oder Handball im Kopf herum und kein Yoga. Eigene Gefühle und Interessen wollen wahrgenommen werden.
  • Annahme – nimm es an, wenn es nicht funktioniert.
  • Habe immer ein Betreuungs-Backup für dich; entweder privat bei Familie und Freunden oder nutze die Zeiten, wenn die eigenen Kinder in Kita, Grundschule und Co. sind.
  • Tausche mal die Sitzposition. Lade dein Kind dazu ein, sich inmitten der anderen Kinder niederzulassen und so mehr in die Gruppe einzutauchen.
  • Achte auf die Bedürfnisse deines Kindes! Schau, was es an genau diesem Tag braucht: Mama, Yogalehrerin, Ruhe, einen Snack, Schlaf…
  • Schau, ob dein Kind in die Alters- und Entwicklungsstufe des Kurses passt.
  • Integriere Übungen in euren Familienalltag. Welche Übung macht euch besonders viel Spaß oder tut euch gut? Das macht sie dann auch in einer gemeinsamen Stunde authentisch erlebbar.

Probiere es aus, sei mutig, genieße die Leichtigkeit und nimm weniger „erfüllende Stunden“ nicht persönlich. Spüre die Freude und Leichtigkeit im Tun. Sei echt, greifbar und gib dir selbst den Raum neue Erfahrungen zu sammeln!

Schaue dir dazu gerne noch das Yogastern-You Tube Video an.

Alles Liebe, deine Sabine


Über die Gastautorin Sabine Blum

© Sabine Blum

Sabine entdeckte in ihrer ersten Schwangerschaft Yoga für sich und erlebt Yoga seitdem im Alltagstrubel einer dreifachen Mama als Anker und Entdeckungsreise zugleich. Schon bei ihrer Arbeit als Kinderkrankenschwester wurde ihr einmal mehr bewusst, wie wichtig physische und psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen ist. Etwas für sich zu haben, das Stärke, Begeisterung, Ausgeglichenheit, Mut und vieles mehr wachsen lässt, sollte für jedes Kind möglich sein!

Sabine möchte Kindern zeigen, was sie durch Yoga in sich selbst finden können und es manchmal auch nur herauslocken müssen. Als Kinder- und Teenyogalehrerin hat sie die Chance, die Kinder ihren eigenen Koffer für das Leben packen zu lassen. Für die Yogastern Akademie unterstützt sie Stefanie als Co-Referentin für die 100h Kinderyoga- und Teenyogalehrer Ausbildung. Hier erfährst du mehr über Sabine: https://www.yogamitbieneblum.de/

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Vielen Dank, liebe Sabine, dass du schon zum zweiten Mal einen Gastartikel für den Yogastern Blog schreibst und deine Erfahrungen zum Thema Kinderyoga mit den Leser:innen teilst!

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