Statt beim Unterrichten Energie zu verlieren bis hin zur Erschöpfung können Yoga-Lehrer:innen durch eine Reiki-Einweihung neue Energie tanken. Warum das so ist, was Reiki bedeutet und wie das mit dem Energiefluss und dem Anzapfen der universellen Reiki-Energie funktioniert, erklärt Sabine Hochmuth in diesem Gastartikel:


„Hilflose Helfer“ – kennst Du diesen Klassiker aus dem Jahr 2018 von Wolfgang Schmidbauer? An diesen Buchtitel muss ich immer mal wieder denken, wenn ich in Kontakt komme mit Menschen in helfenden oder heilenden Berufen. Auch bei Yoga-Lehrer:innen. 

Menschen mit einem hohen altruistischen Ideal neigen dazu, sich zwar wirklich gut um andere, jedoch oft garnicht gut um sich selbst zu kümmern. Auch für mich war es ein längerer Weg bis ich es verstanden und umgesetzt hatte, gut für mich, mein körperliches und seelisches Wohlbefinden zu sorgen, mich nicht zu überfordern und mir weniger Druck zu machen – und ich übe noch immer. Neben Reiki war und ist die Yoga-Praxis dabei eines der Mittel, das mir hilft, achtsam und sanfter mit mir umzugehen. So lernte ich vor einigen Jahren auch Steffi kennen.

Der Anfang meines Herzensweges

Mein Weg begann mit einem schweren Motorradunfall und einem Nahtoderlebnis im Jahr 2000. Zu dieser Zeit verdiente ich als gelernte Ethologin meine Brötchen als Journalistin insbesondere in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Plötzlich war alles anders. Wie es so oft in der Literatur über Nahtoderfahrungen zu finden ist, gab es auch bei mir keinen Weg mehr zurück in mein altes Leben. Als ich also wieder so weit hergestellt war, um Entscheidungen treffen zu können, krempelte ich alles um: Ich beendete meine damalige Beziehung, begann eine Ausbildung zur Heilpraktikerin für Psychotherapie, suchte ein neues Zuhause und so weiter. Den Großteil meiner Zeit jedoch verbrachte ich damals mit medizinischen Aufbautrainings, um im wahrsten Sinn des Wortes wieder Laufen zu lernen. 

Den lebensverändernden Eindrücken des Unfalls näherte ich mich auch mental und emotional: Ich wollte unbedingt verstehen, was während der Zeit, in der ich physisch tot war, passiert war und wo ich gewesen bin. Denn ich hatte vage Erinnerungsfetzen an einen hellen, warmen, wunderbar geborgenen, verbundenen und zugleich sehr freien Zustand. Und ich wollte wissen, was ich tun kann, um meine Selbstheilungskräfte so zu fördern, dass die drohende Katastrophe, vielleicht den Rest meines Lebens im Rollstuhl verbringen zu müssen, nicht eintrat. Während dieser Suche begegnete mir recht früh auch Reiki. 

Reiki: Einfach. Effektiv. Ehrlich.

Diese japanische Methode des Handauflegens faszinierte mich von Anfang an. Beeindruckend finde ich insbesondere die Einfachheit und gleichzeitige Effektivität von Reiki. Es lässt sich auch ganz wunderbar in den Alltag einbauen, ohne dass frau dafür eine spezielle oder langjährige spirituelle Erfahrungspraxis braucht. Gerade diese Geradsinnigkeit macht es für mich so glaubwürdig.

Am Anfang meines neuen Weges schaute ich mir auch einige andere Methoden an, z. B. lernte ich im Rahmen meiner Ausbildung zur Heilpraktikerin für Psychotherapie die Anwendung von Hypnose sowie verschiedener Entspannungstechniken. Auch die Inhalte der anthroposophischen Biografiearbeit, Psychokinesiologie, Ethnomedizin, Biophotonenforschung  sowie verschiedene Ansätze der sogenannten Geistheilung interessierten mich.

Über die Jahre kamen dann noch das traditionelle Besprechen, die Sufi-Mystik, der englische Spiritualismus und das Waldbaden dazu. Doch Reiki blieb und bleibt meine Kernkompetenz. Heute schöpfe ich aus diesem reichen Wissens- und Erfahrungsschatz und bin froh, dass ich in der Regel immer etwas in meinem Methodenkoffer finde, dass meinen Klientinnen weiter hilft. 

Was ist Reiki?

Reiki steht nicht nur für eine Methode des Handauflegens, sondern auch für universelle Lebensenergie und einen spirituellen Lebensweg (Reiki-Dao). Was im Yoga als Prana bekannt ist, ist im Reiki das Ki. Interessant und doch vielen unbekannt ist, dass dieses Konzept einer lebensspendenden Energie aus dem Ursprung des Seins auch im europäischen Kulturkreis existiert. So spricht beispielsweise Hildegard von Bingen von „Viriditas“, übersetzt die „Grünkraft“. Bekannt ist auch der Begriff „Od“ als die Lebenskraft von Karl von Reichenbach oder auch „Orgon“ als biologische Energie von Wilhelm Reich.

Reiki selbst ist noch relativ jung. Sein Begründer Mikao Usui entdeckte es in den 1920er Jahren; wobei es bereits in den mehr als 2.500 Jahre alten Sanskrit-Sutren erste schriftliche Hinweise auf die Energieübertragung mittels der Hände gibt, die auch durch sogenannte Initiationen übertragen werden können. Mittlerweile haben sich ähnlich wie im Yoga verschiedene Stile entwickelt.

Usui Shiki Ryoho nennt sich derjenige, in dem ich 2001 in den ersten Reiki-Grad eingeweiht und dann 2002 im zweiten Grad ausgebildet wurde. Meine Meister- und dann auch Lehrbefähigung erfolgte 2006. Hier kennt man 20 Haupthandpositionen, die die Reiki-Gebende während einer Behandlung an der Reiki-Empfangenden in rund 60 Minuten ausführt. 

Mein Intuitives Reiki

Nun bin ich eine Freundin der Freiheit und der Selbstbestimmtheit. Insofern ist ein Behandlungssystem, das mir vorschreibt, was ich wann und in welchem Rhythmus zu tun habe, nicht besonders gut geeignet für mich. Auch schien es mir schlüssiger eine Klientin, die beispielsweise wegen Kopfschmerzen zu mir kommt, nicht nach einem starren Schema zu ‚abzuarbeiten‘, sondern dort zu beginnen, wo nach meinem Gefühl der Ursprung der Symptomatik zu finden ist. Dieses Gefühl, die Intuition, wird umso stärker, je mehr sie genutzt wird. Und sie ist trainierbar.

Und so entwickelte sich im Laufe der Jahre und Erfahrungen meine eigene Methode, mein Intuitives Reiki. Wie der Name schon sagt, lege ich großen Wert auf die Intuition. Auch in den Ausbildungsgruppen gehen wir von Anfang an ins intuitive Arbeiten, d. h. weg von festgelegten Abläufen und hin zum Sich-führen-lassen.

Das machen wir bereits in den Grundkursen und dieses intuitive Prinzip gilt sowohl für die Eigen- als auch für die Partnerbehandlungen. Die meisten Teilnehmerinnen sind überrascht, wie deutlich sie bereits während der Anwendungspraxis des Ausbildungswochenendes sowohl die Reiki-Energie als auch die intuitiven Impulse wahrnehmen können.

Intuitiv Energie wahrnehmen

Ich liebe es! Mich freut es sehr, wenn die Frauen in ihre Kraft und in die Verbindung mit sich selbst und dem Leben kommen. Gerne sage ich dann: „Reiki ist kein Hexenwerk, sondern liegt quasi auf oder in der Hand. Ich bin mir sicher, dass dieses alte Wissen um die heilsamen Hände in uns abgespeichert ist. Man kann es daran erkennen, was Menschen tun, wenn sie Bauch- oder Zahnschmerzen haben. Oder wie Mütter reagieren, wenn ihre Kinder hingefallen sind. Wir legen intuitiv die Hände auf, ohne groß darüber nachzudenken, einfach deshalb, weil es sich gut und richtig anfühlt.

Aus meiner Sicht ist der Unterschied zwischen einem normalen Menschen und einer Reikianerin der, dass wir wissen, was wir tun: Wir wissen, wie wir uns mit der Quelle verbinden und wie wir die Energie aus dem Ursprung des Lebens an uns und andere weiterleiten können“. 

Der große und entscheidende Vorteil dabei ist, dass wir nicht mit unserer eigenen Lebensenergie, sondern mit der universellen arbeiten. Das heißt auch, dass wir nicht leer laufen, sondern im Gegenteil uns danach erfrischter, vitalisierter und ausgeglichener fühlen. Und das ganz unabhängig davon, wem wir wann, wie und wo Reiki gegeben haben.

Wieso Yoga und Reiki verbinden?

Dieses Leer-laufen bis hin zum Sich-erschöpfen beobachtete ich leider auch immer wieder bei den Yoga-Lehrerinnen, von denen es in dem Haus, in dem ich meine Praxis Lust zu Leben hatte, doch einige gab. Ein weit verbreitetes Phänomen der helfenden Berufe wie gesagt. 

Einige bemerkten es selbst und erzählten mir, dass sie das Gefühl haben, während des Unterrichtens Energie an ihre Teilnehmerinnen abzugeben. Das sei ja auch gut und wünschenswert, allerdings kontraproduktiv, wenn sie sich danach selbst leer und müde fühlen. Aus meiner Sicht liegt das Problem hierbei darin, das die meisten Yoga-Lehrerinnen ihre eigene Energie ‚anzapfen‘ und verschenken. 

Warme, energetische Hände

Diejenigen, die sich dann von mir im Intuitiven Reiki ausbilden ließen, berichteten begeistert, dass sie sich nun während und nach dem Unterrichten ganz anders, viel energiegeladener, fröhlicher, beschwingter und ausgeglichener fühlten. Es sei großartig zu wissen, wie man sich direkt mit der Quelle der Lebensenergie verbinden könne.

Welch ein Geschenk! Für sie selbst und auch für ihre Kursteilnehmerinnen, denen sie während der Entspannungsphase auch gerne mal die Hände auflegen – nun würde deutlich spürbar Wärme aus ihren Händen hin zu den Frauen fließen. Und das nach nur einem Wochenende! 

Diese Quelle kann übrigens ganz unterschiedlich bezeichnet werden, nämlich als das, was am besten in Deine Vorstellung passt, also z. B. als Buddha, Allah, Gott oder auch Kosmos, Universum. Denn Reiki ist frei von religiösen Konzepten, was ich wiederum sympathisch finde. Einige entschlossen sich dann auch, den Reiki-Weg weiter zu gehen und absolvierten den Aufbaukurs und auch die Meister-Ausbildung. 

Spirituelle Persönlichkeitsentwicklung

Reiki ist eben auch ein Weg der spirituellen Persönlichkeitsentwicklung und geht auf eine eher leichtfüßige Art sehr in die Tiefe – um zur besten Version Deiner selbst zu werden würde ich sagen. Also möglichst frei zu werden von Konzepten, Fremd- und Selbstbildern, erlernten Denk- und Verhaltensmustern und anderen hinderlichen Prägungen. Es geht darum, in die eigene Essenz zu kommen und dieser dann auch Ausdruck zu verleihen. Als Ziel meiner Arbeit sehe ich so auch immer die Herstellung größtmöglicher individueller (Entscheidungs-)Freiheit. Das gilt übrigens auch für die von mir entwickelten Reiki-Coachings – doch das ist wieder ein eigenes Thema.

Mehr dazu findest Du in meinem Buch*:

„Ein Leben mit Reiki. Erfahrungsberichte von Reiki-AnwenderInnen“. Gerne möchte ich noch einen Gedanken mit Dir teilen, der mir auch im Verlauf der Workshops, die ich über drei Jahre gemeinsam mit Steffi zum Thema „Yoga & Reiki“ hielt, immer wieder kam: Ich bin eine Freundin bodenständiger, gelebter, alltagstauglicher Spiritualität. Für mich ist es also eine Frage der Authentizität, ob ich das, was ich lehre auch lebe. Und dazu gehört meines Erachtens auch, achtsam und liebevoll mit sich selbst umzugehen, so wie wir es unseren Schülerinnen ans Herz legen.

Jeder Mensch braucht neben guten Lebensmitteln auch die feinstoffliche Lebenskraft, die Körper, Geist und Seele lebendig und gesund hält. Und gerade dann, wenn wir helfend und unterstützend arbeiten ist es wichtig, gut nach dem eigenen Lebensenergiehaushalt zu schauen. Reiki ist eine gute, einfache und effektive Möglichkeit dafür und in Kombination mit Yoga lässt es uns eine sanfte Stärke entwickeln, die uns gesund und munter, frei und froh, geerdet und beflügelt durchs Leben gehen lässt. Hurra!


Über Sabine Hochmuth

Mein spiritueller (Berufungs-)Weg begann mit einem schweren Motorradunfall und einer Nahtoderfahrung im Jahr 2000. Dieses einschneidende Erlebnis krempelte mein bisheriges Leben als Ethologin und Journalistin komplett um. Seit der Gründung meiner Praxis Lust zu Leben im Jahr 2004 begleite ich insbesondere Frauen mit dem von mir entwickelten Intuitiven Reiki sowie dem Reiki-Coaching.

Dabei sind Freiheit, Freude, Frieden und Fülle in der jeweils individuellen Ausprägung das Ziel unseres Zusammenwirkens. Ich stehe für eine bodenständige, alltagstaugliche und lebendige Spiritualität unter dem Motto: „Freiheit durch Verbundenheit“. 

Hier erfährst du mehr über Sabine und ihre Angebote: www.lust-zu-leben.de


Vielen Dank, liebe Sabine, für die Einblicke in die Verbindung in deine intuitive Reiki-Welt und den Bezug für Yogalehrende. Sehr gerne erinnere ich mich an unsere gemeinsamen Workshops zu diesem Thema und bin dankbar, dass ich durch meiner Reiki-Einweihungen stets warme, energetische Hände habe und meine eigene Energie-Tankstelle habe.


Bildnachweise: Fotos: © Ronny Barthel


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