Yogalehrer aufgepasst: Erstelle mit clickflows deine Yogastunde

Um meine Yogastunden vorzubereiten benutze ich sehr gerne ein Tool, das clickflows heißt. Der Name beschreibt eigentlich schon das Vorgehen beim Zusammenstellen der Yogastunde: Du klickst dir deine Flows in die passende Reihenfolge für den Stundenaufbau beim Yoga unterrichten.

Ich finde die Bedienung kinderleicht und quasi selbsterklärend. Trotzdem möchte ich euch heute einmal beschreiben, wie ich eine Yoga-Anfängerstunde mit clickflows vorbereitet habe. Dann kannst du als Yogalehrer sofort nachvollziehen wie das Ganze funktioniert und es einfach selbst ausprobieren.

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Yoga-Übungsreihe „the wave“ – Die Welle

Ich habe immer noch regen Kontakt mit den Yogalehrern, die mit mir zusammen im UNIT Yoga die Ausbildung zur Vinyasa Yogalehrerin gemacht haben. Einer davon ist Chris Ahrweiler, den ich auch schon im Zusammenhang mit click flows für meinen Blog interviewt habt. Letztens hat Chris mir von seiner Yoga-Übungsreihe „the wave“, zu deutsch: die Welle, erzählt. Da mir die Übungsabfolge gut gefallen hat, möchte ich sie euch zusammen mit Yogalehrer Chris Ahrweiler vorstellen. Evolution-of-the-'wave'

Ich habe ihm zur Übungsreihe die Welle einige Fragen gestellt:

1) Wie bist du denn auf „the wave“ gekommen?

Die „Welle“ („the wave“) ist eine Variation des klassischen Übergangs zum herabschauenden Hund (HSH), so wie sie in letzter Zeit häufiger unterrichtet wird; vor allem im Vinyasa Yoga und von Lehrern mit Martial Arts (MA) Hintergrund.

Mit dem „Evolution of the wave“ Konzept lässt sich gut demonstrieren, warum diese Variante sinnvoll ist.

2) Was ist das Besondere an der Übungsfolge „Die Welle“?

Die Welle fördert das Körperbewusstsein insbesondere was die Bewegung und Bewegungsmöglichkeiten der Wirbelsäule angeht und dient damit ihrem Schutz.

Der Übergang von der Bauchlage in den HSH ist für jeden Yogi eine anspruchsvolle Übung, weil hier Körperspannung zum Schutz der Wirbelsäule gefragt ist. Besonders gefordert ist hier die Bauchmuskulatur. Wenn diese noch nicht genügend ausgeprägt ist, wird die Bewegung zum HSH oft durch Dynamik kompensiert, die zu einer Kompression der Wirbelsäule führen kann, wenn man sich von vorn mit den Armen und von hinten mit den Beinen gegen den Boden abdrückt und so den Po (bzw. das Steißbein) passiv nach oben schiebt.

Bei der Welle konzentriert man sich stattdessen auf die Bauchmuskulatur und die Hüftbeuger, um so aktiv die Hüfte zu beugen und die Wirbelsäule zu entlasten. Was sonst eine Bewegung mit der Ausatmung ist, wird so in drei Phasen geteilt:

  • Phase 1: Ausatmung: Arme strecken in die Planke, Bauchmuskeln und Hüftbeuger beugen die Hüfte; Blick zu den Füßen
  • Phase 2: Einatmung: Rücken strecken; Blick nach vorn
  • Phase 3: Ausatmung: Ferse Richtung Boden

3) An welcher Stelle baust du „Die Welle“ in dein Stundenkonzept ein?

Die Welle findet sich ganz klassisch im Sonnengruss, kann aber auch als Vinyasa eingebaut werden. Das Konzept zeigt ja den Aufbau vom Kind bzw. aus dem HSH; genauso gut kann man mit dem Brett beginnen. In diesem Fall wird die Kobra zur „cobra roll“, wie sie wiederum häufiger im MA Kontext geübt wird.

4) Aus welchen Asanas ist sie aufgebaut?

Die einzelnen Asanas sind Kind, Vierfüsslerstand, Kuh, Katze, heraufschauender Hund / Kobra und HSH (in drei Phasen).

Dabei tauchen Kuh und Katze in ihrer Grundidee hinsichtlich der Ausrichtung bei den weiteren Asanas wieder auf. Die Kuh mit dem leichten Hohlkreuz beim heraufschauenden Hund und in der zweiten Phase im HSH und die Katze in der ersten Phase des HSH. Durch den Wechsel zwischen Kuh und Katze ergibt sich die typische wellenförmige Natur der „Welle“.

5) Auf was sollte man als Lehrer bzw. Übender bei der Welle achten?

Beim Aufbau der Welle ist natürlich die zum Atem synchrone Bewegung wichtig. Das verbessert u.a. das Körpergefühl in Bezug auf die gegenläufige Bewegung der Wirbelsäule (dem Wechsel zwischen Kuh und Katze). Dabei sollte der Lehrer vor allem auf die Bewegung des Beckens achten.

Bei der Kuh kippt/zeigt das Becken (genauer die Darmbeinschaufel) nach unten (zum Boden). Dadurch dreht das Steißbein nach oben. Mit der Streckung des Nackens ergibt sich ein leichtes Hohlkreuz.

Bei der Katze kippt das Becken / die Darmbeinschaufel nach oben (zur Decke). Mit dem Senken des Kopfes geht der Blick quasi zum Steißbein, das mit der Anspannung der Bauchmuskulatur nach unten/vorne zeigt. Der Rücken wird dabei ganz rund – eben ein Katzenbuckel.

Kritisch ist beim Übergang zum HSH immer die Stelle von der Kobra bzw. dem heraufschauender Hund zum HSH. Hier gilt es zu Ent-schleunigen und darauf zu achten, dass sich die Schüler nicht dem alten Bewegungsmuster entsprechend nach hinten/oben schieben, sondern ganz bewusst die drei Phasen zum HSH ausschöpfen. Da hier ein weiterer Atemzug hinzu kommt, bekommt die Bewegung einen ganz neuen Charakter. Das kann man deutlich spüren.

Vielen Dank Chris für das Interview. Wenn ihr noch Fragen dazu habt, könnt ihr einfach die Kommentar-Funktion nutzen. Ich freue mich auf euer Feedback. Viel Spaß beim Ausprobieren der Welle und Namasté

Eure Stefanie


Wer steckt hinter click flows? Interview mit Chris Ahrweiler

Vor einem halben Jahr habe ich euch erklärt, das man mit der Seite www.clickflows.com ganz einfach eine Yogastunde zusammenstellen kann. Die Seite ist inzwischen unter Yogalehrern sehr bekannt und wird viel genutzt, um mit dem ganz simplen drag´n drop Menü eine Yogastunde vorzubereiten. Heute möchte ich euch mit diesem Interview den Mann hinter click flows vorstellen: Chris Ahrweiler.

Wie bist du auf die Idee zu Clickflows gekommen?
Die Idee ist mir gekommen, als ich Anja’s Aufzeichnungen für einen Music-Flow gesehen habe, eben nur aus Strichmännchen, super kompakt auf einem Blatt Papier.

Ich arbeitete gerade an www.xymble.com,einem meiner anderen Projekte, und wollte schauen, ob ich die neue „drag’n drop“ Funktion, die erstmalig mit HTML5 (einer Programmiersprache) von neueren Browsern unterstützt wurde, nutzen könnte.

clickflows war dafür das ideale Test-Projekt, um nicht mit dem Produktivsystem zu experimentieren.
Es stellte sich heraus, dass die „drag’n drop“ Funktion super funktioniert und das Spielen mit den Strichmännchen richtig Spaß macht.

Da ich ja, wie Du auch, gerade in der Yoga Ausbildung war und wir dort Stundenkonzepte erstellen mussten, passte das ideal.
So ist aus einem Experiment eine praktische Anwendung geworden, die ich auch selbst gern benutze.
Mein Konzept für die Yoga Prüfung habe ich auch damit entworfen.

Wie sind die Reaktionen und Visits von clickflows?

Das Feedback zur Seite ist überaus positiv.
Viele NutzerInnen sind begeistert und machen Vorschläge für neue Funktionen und weitere Asanas.
Im Januar hatten wir schon über 120 NutzerInnen pro Tag. Das hört sich nicht soo viel an – aber wenn man berücksichtigt, dass clickflows eine sehr spezielle Seite ist auf der man die Inhalte selbst erstellt, sind das schon sehr viele.
Natürlich haben wir auch von dem Artikel im Yoga Journal profitiert.

Sind dieses Jahr noch Weiterentwicklungen geplant?

Eine besonders häufig nachgefragte Funktion ist das individuelle Benennen der Asanas.
Das ist relativ schwierig zu realisieren, aber ich denke darüber nach.
Ansonsten kommen auch die Pro Funktionen sehr gut an; die Filter Funktion, die Sanskrit Namen und die Verwaltung der gespeicherten Flows.

Wer hat die tollen Zeichnungen gemacht?

Die Strichmännchen stammen von Anja Müller. Sie ist Personal Trainer in Hof (Bayern).
Anja zeichnet die Strichmännchen von Hand und ich scanne die Bilder ein, bearbeite Sie mit einer Grafik Software und dann kommen sie auf die Seite.
Übrigens habe ich gerade wieder ein gutes Dutzend neuer Männchen in der Mache …


Mit click flows ganz einfach eine Yogastunde vorbereiten

Click flows, was ist das? Auf der Seite www.clickflows.com kann ich als angehende Yogalehrerin mit einem ganz simplen drag´n drop Menü eine Yogastunde zusammenstellen. Die Seite wurde von Chris Ahrweiler entwickelt, der mit mir zusammen die Ausbildung zum Yogalehrer im UNIT Yoga macht. Wenn ihr links oben auf Tutorial klickt, dann erklärt euch Chris Ahrweiler, wie man mit click flows eine Yogastunde zusammenstellt. Weiterlesen